Rasse
Hier finden Sie Informationen über die Rasse "Böhmisch
Rauhbart":
URSPRUNG: Früher Tschechoslowakei, heute Tschechische Republik.
VERWENDUNG: Vorstehhund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 7 Vorstehhunde.
Sektion 1.3 Kontinentale Vorstehhunde,
Typ « Griffon ».
Mit Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Der Cesky Fousek war in
der Zeit vor dem ersten Weltkrieg der am meisten geführte rauhhaarige Vorstehhund
auf dem Gebiete der damaligen CSSR. Der erste Weltkrieg und seine Auswirkungen
bewirkten, da? der Cesky Fousek Mitte der zwanziger Jahre fast vor dem Aussterben
stand. Man ist an eine Regenerierung dieser Rasse herangetreten. Die Grundlage
für die Regenerierung bildeten einige ursprüngliche typische Einzeltiere,
aus welchen durch planmässige Zucht der moderne Typ des Cesky Fousek herangezüchtet
wurde; er nimmt gegenwärtig zahlenmässig die zweite Stelle unter den in
den tschechischen und slowakischen Republiken verwendeten Jagdhunderassen
ein.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Der Cesky Fousek ist ein
mittelgro?er, edler, rauhhaariger Vorstehhund, dessen Erscheinung von Ausdauer
und Kraft zeugt. Er ist allseitig verwendbar, da er über angeborene Eigenschaften
für Feld-, Wasser- sowie Waldarbeit verfügt. Trotz seiner angeborenen Raubzeugschärfe
ist er leicht zu führen und seinem Meister sehr anhänglich.
KOPF: Der trockene, etwas schmale und lange Kopf ist auf
dem Hals hoch aufgesetzt. Der Fang ist etwas länger als der Schädel und
der Nasenrücken ist mässig gewölbt (Ramsnase).
OBERKOPF:
Schädel: Der Schädel ist in der oberen Stirnpartie und am Oberkopf mässig
gewölbt und geringfügig abgerundet; bei Rüden etwas breiter als bei Hündinnen.
Die Augenbrauenbogen sind deutlich und markant, so da? sie den Eindruck
einer Eckigkeit des Kopfes hervorrufen und tiefere Augenhöhlen bilden. Das
Hinterhauptbein ist nur geringfügig ausgebildet.
Stop: Der Stirnabsatz verläuft mässig, jedoch merklich zur Stirn hin.
GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Die Nasenkuppe ist breit mit offenen Nasenlöchern und empfindlichen
Nüstern. Die Farbe der Nasenkuppe mu? stets dunkelbraun sein.
Fang: Der Fang wird von den Augen zur Nasenkuppe hin mässig schmäler.
Lefzen: Die mittelstark entwickelten Lefzen schliessen den Fang elastisch
ab, wobei die obere Lefze mässig überhängt.
Kiefer / Zähne: Die Kinnbacken sind kräftig, zeichnen sich genau ab und
sind gut bemuskelt. Das Gebi? ist stark, mit vollständigem Scherengebi?.
Augen: Die mandelförmigen Augen sind von gutmütigem Ausdruck und offenbaren
eine scharfsinnige Natur. Das Auge soll tief eingesetzt, dunkelbernstein-bis
satt kastanienfarbig sein. Die Augenlider liegen dem Auge, das sie voll
einschliessen, an und sind gut entwickelt, von grauschwarzer Farbe.
Behang: Der Behang ist hoch und breit angesetzt, gegen die Spitze zu merklich
schmäler werdend. Die Behanglänge erreicht zwei Drittel der Backenpartie
und das Behangende ist mäßig abgerundet. Der Behang muß dem
Kopf gut anliegen.
HALS: Der Hals ist mittellang mit gut entwickelter Muskulatur,
jedoch trocken und am Widerrist hoch angesetzt. Der Nacken ist mässig gewölbt.
KÖRPER:
Rücken: Der kurze, stramme Rücken fällt vom gut ausgeprägten Widerrist gegen
die Kruppe hin ab.
Lenden: Die Lenden sind kurz, verhältnismässig breit und mässig gewölbt.
Kruppe: Die Kruppe ist mässig abfallend, hinlänglich breit und zweckmässig
lang.
Brust: Die Brust mit dem Schulterblatt hat von vorne gesehen die Form einer
Leier. Der Brustkorb mu? oval und seine Breite zum gesamten Körperbau proportioniert
sein. Der untere Brustteil mu? mindestens bis zum Ellenbogengelenk reichen.
Die Vorderbrust soll gut entwickelt sein; das Brustbein ist bei Seitenansicht
deutlich nach vorne hervortretend. Der Brustkorb wird durch gewölbte Rippen
gebildet, die seiner ganzen Länge nach proportioniert angeordnet sind.
Bauch: Der Bauch soll etwas aufgezogen sein, damit er eine richtige Bewegung
ermöglicht; er darf jedoch nicht den Eindruck von Magerkeit machen.
RUTE: Das Kreuzbein muß so gelagert sein, da? durch
die Muskeln die Haltung der Rute nicht beeinflußt wird, die waagrecht
oder nur ganz geringfügig hochgehoben getragen wird. Sie soll derart angesetzt
sein, daß sie eine Verlängerung der Rückenlinie bildet. Sie ist mittelstark
und wird um drei Fünftel ihrer Länge gekürzt.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND:
Schultern: Das Schulterblatt zeichnet sich durch gut entwickelte Muskulatur
aus; die Schulter soll richtig schräg gelagert sein und mit dem Oberarmknochen
einen stumpfen Winkel bilden.
Ellenbogen: Er muss fest gebaut und mit Muskeln gut umfa?t sein.
Unterarm: Er ist senkrecht und gerade, mit ausgeprägter, trockener Muskulatur.
Vordermittelfuß: Er soll verhältnismä?ig kurz sein, fast senkrecht
stehen und nur mä?ig nach vorne gerichtet sein.
Vorderpfoten: Kompakt, von stumpf löffelartiger Form, mit gut gewölbten
eng aneinanderliegenden Zehen, die mit festen Krallen von dunkelgrauer bis
schwarzer Farbe ausgestattet sind. Die Ballen sind dick und derb, voll pigmentiert;
zwischen den Zehen befindet sich ein merklicher, verkümmerter Rest einer
Schwimmhaut.
HINTERHAND:
Becken: Entsprechend lang.
Oberschenkel: Breit; mit gut entwickelter Muskulatur.
Unterschenkel: Der schräg nach rückwärts gerichtete Unterschenkel mu? eine
richtige Winkelstellung aufweisen, die eine fliessende Bewegung ermöglicht.
Sprunggelenk: Nicht zu hoch angesetzt, trocken, mit langem, nur mä?ig abstehendem
Fersenbein.
Hintermittelfu?: Fast senkrecht gestellt, kurz und entsprechend stark.
Hinterpfoten: Von derselben Form wie die Vorderpfoten; vorkommende Afterkrallen
werden entfernt.
GANGWERK: Die Bewegungsmechanik ist vollkommen regelmä?ig im Schritt sowie
im Trab, wobei die Rückenlinie fast ohne Ausschlag bleibt und die Fu?stapfen
sich beim Traben sozusagen decken.
HAARKLEID
HAAR: Die Behaarung besteht aus drei Haarsorten:
• Die weiche, dichte Unterwolle, 1,5 cm lang, verhindert das Durchdringen
der Feuchtigkeit zur Haut; im Sommer fällt sie fast gänzlich aus.
• Das Deckhaar ist 3-4 cm lang, zweckmä?ig hart und derb, gut aufliegend.
• Die Grannen sind 5-7 cm lang, besonders hart und gerade. Markant sind
sie vor allem an der Vorderbrust, Rückenlinie, den Weichen und den Schultern.
An den vorderen und hinteren Gliedmassen ist das Haar auf der Vorderseite
kürzer und derb, an der Hinterseite länger mit Befederung. Die Rute darf
an der Unterseite keine sog.Bürste aufweisen.
Behaarung des Kopfes: Am Unterkiefer sowie an den Lefzen befindet sich ein
längeres und weicheres Haar, das einen für diese Rasse typischen Bart bildet.
Das Haar der Augenbrauen ist markant, schräg nach oben gerichtet. Die Stirn,
der Oberkopf und die Backen sind mit einem kurzen und derben Haar bedeckt.
Der Behang ist mit einem kurzen, weichen, eng anliegenden Haar bedeckt.
FARBE: Die zulässigen Haarfarben sind:
• Dunkelschimmel mit oder ohne braunen Platten.
• Braun mit melierten Abzeichen an der Vorderbrust und an den unteren Partien
der Gliedmassen.
• Braun ohne jegliche weitere Abzeichen.
GRÖSSE UND GEWICHT:
Widerristhöhe: Rüde: 60 - 66 cm,
Hündin: 58 - 62 cm.
Gewicht: Rüde: Mindestens 28 kg, Maximum 34 kg.
Hündin: Mindestens 22 kg, Maximum 28 kg.
FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss
als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum
Grad der Abweichung stehen sollte.
• Unrichtiges Verhältnis zwischen der Länge des Körpers und der Widerristhöhe.
• Kurzer, keilförmiger oder runder Kopf.
• Hervortretende Augen. Andere als im Standard angeführte Augenfarbe.
• Zu tief angesetzter oder zu langer Behang.
• Zu kurzer, zu starker Hals mit lockerer Haut.
• Wenig deutlicher Widerrist.
• Steile Kruppe.
• Ungenügend entwickelte Vorderbrust. Wenig ausgeprägtes Brustbein.
• Senkfuss oder Hasenpfote. Zu üppig behaarte Pfote.
• Zu feines Haar, zu kurze oder zu lange Behaarung.
• Bart und Augenbrauen nicht markant genug entwickelt.
• Pigmentmangel.
• Überwiegen der weissen Haarfarbe (Schecken sind unzulässig).
HAUPTABMESSUNGEN: Rüde Hündin
Körpergewicht 34 kg 25 kg
Schulterhöhe 63 cm 60 cm
Kopflänge 28 cm 23 cm
Schädellänge 14 cm 11 cm
Schädelbreite 12 cm 10 cm
Nasenrückenlänge 13 cm 11 cm
Brustkorbbreite 20 cm 18 cm
Brusttiefe 25 cm 23 cm
Rumpflänge 56 cm 53 cm
Brustumfang hinter den Ellenbogen 80 cm 72 cm
Brustumfang bei der letzten Rippe 72 cm 64 cm
WINKELUNGEN:
Zwischen Schulterblatt und Oberarm 110°
Zwischen Oberarm und Radius 135°
Zwischen Hüfte und Oberschenkel 110°
Zwischen Ober- und Unterschenkel 125°
Zwischen Unterschenkel und
Hintermittelfu? 135°
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen,
müssen disqualifiziert werden.
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.